„Machtergreifung“ (die)
Von den Nationalsozialisten geprägter Begriff für die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Hindenburg am 30.1.1933. Der Begriff wurde rasch populär und findet sich 1934 erstmals im Duden. Besondere Konjunktur hatte er in der Nachkriegszeit, um das mit dem Vorgang verbundene Unrecht zu kennzeichnen.
Für viele Zeitgenossen assoziierte der Begriff dagegen Aktivität und den Willen zur Machteroberung, die Hitler im Zusammenhang mit dem 30.1.1933 zugeschrieben wurden. Das NS-Führungspersonal selbst sprach allerdings viel häufiger von einer „Machtübernahme“, um die formale Legalität des Vorgangs zu betonen (Pseudolegalität*).
In der neueren Geschichtsforschung dominiert der Begriff „Machtübertragung“, wodurch ein stärkerer Akzent auf die Rolle Hindenburgs und der traditionellen Machteliten gelegt wird. In größerem Zusammenhang bezeichnet „Machtergreifung“ auch die an die Ernennung Hitlers anschließende Phase des Aufbaus der Diktatur bis zum Sommer 1934.